U20 Mannschaft Fünfter Spieltag

Jugendbundesliga Süd - Saison 2025/2026

Aufsteiger: Stuttgarter SF, SV Walldorf

Mannschaftsführer: Ralf Toth

Fünfter Spieltag: 10.01.2026

SF Göppingen

1652 -

SC Untergrombach

1861

1 - 5

Stuttgarter SF (N)   - SV Walldorf (N)  

*

VfL Leipheim   - Karlsruher SF  

**

OSG Baden-Baden 1986 - SK Freiburg-Zähringen 1698

4 - 2

* wird am 14.3.2026 nachgeholt
** wird am 21.3.2026 nachgeholt

Fünfter Spieltag: Einzelergebnisse

Brett

SF Göppingen

DWZ  

SC Untergrombach

DWZ

Ergebnis

1 Cilo, Selimhan 2089 - Hayen, Andre 2103

0 - 1

2 Heilig, Tim 1818 - Uyar, Levin 2046

0 - 1

3 Schedel, Loris 1741 - Jung, Niklas 1802

1 - 0

4 Cilo, Seyyid 1659 - Toth, Luca 1796

0 - 1

5 Gutsche, Jan-Frederic 1605 - Wettstein, Levin 1731

0 - 1

6 Arora, Advik 998 - Burkhardt, Tim 1687

0 - 1

Fünfter Spieltag: Tabelle

Rang Mannschaft Spiele Punkte Brettpunkte DWZ-Schnitt

1.

Stuttgarter SF (N)

4

8:0

18½

2014

2.

SK Freiburg-Zähringen

5

6:4

16

1684

3. Karlsruher SF 4 6:2 13½ 1750
4. SV Walldorf 4 4:4 15 1686
5. VfL Leipheim 4 4:4 10½ 1665
6. SC Untergrombach 5 3:7 14½ 1873

7.

OSG Baden-Baden

5

3:7

10½

1849

8.

SF Göppingen

5

2:8

1663

Spielbericht

von Ralf Toth

Nach der knappen Niederlage gegen Spitzenreiter Stuttgart am letzten Spieltag stand das Team am fünften Spieltag bereits mit dem Rücken zur Wand, war aber auch als Favorit nach Göppingen gefahren. Die Göppinger erzählten erst einmal eine Horror-Geschichte, so wurden sie von der Stadt mit fünf Wochen Vorlaufzeit aus ihrem alten Domizil, in dem der Göppinger Schachklub seit 50 Jahren beheimatet war, herausgeworfen. Zwar gab es einen Ersatz, aber dort muss jedes Mal das Spielmaterial hingebracht werden. Solche Geschichten lassen einem wirklich die Haare zu Berge stehen.

Sportlich lief es dann für den SC Untergrombach, der seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Am Spitzenbrett konnte Andre Hayen die Serie aus vier sieglosen Spielen endlich durchbrechen. Hayen spielte mit Weiß, aufs Brett kam die Abtauschvariante im Caro-Kann. Im MIttelspiel initiierte Weiß einen Königsangriff, Schwarz musste den geplanten Minoritätsangriff am Damenflügel einstweilen ruhen lassen und verteidigte seine Königsstellung, kam dort aber zunehmend unter Druck und die schwarze Stellung brach nach 26. ... h6 zusammen. Der weiße Angriff brach sehenswert durch, es wurde zwar noch bis zur Zeitkonrolle gespielt, aber Schwarz verwaltete eine verlorene Stellung. 

Levin Uyar war mit Schwarz am zweiten Brett im Schottischen Vierspringerspiel gelandet. Um die Partie aus dem Gleichgewicht zu bringen, opferte er mit Schwarz den f-Bauern um Druck gegen die weiße Königsstellung über die nun halboffene f-Linie zu bekommen. Auch wenn das Opfer objektiv nicht korrekt war, erfüllte es doch seinen Zweck, denn  nach zwei ungenauen weißen Zügen schlug der schwarze Angriff durch und Uyar konnte eine Qualität gewinnnen. Nach dem Damentausch ging es die nächsten dreißig Züge darum, den Vorteil für Schwarz zu verwerten, was dem Untergrombacher letztlich auch gelang. 

Am dritten Brett kam Niklas Jung über die Hauptvariante der Italienischen Partie in ein sehr scharfes Abspiel mit guten Gewinnchancen für Weiß. Jung verfügte über zwei Springer gegen Turm und zwei Bauern, hatte starken Angriff und die Initiative. Wie immer sind solche Stellungen eine absolute Gratwanderungen, ein Fehlgriff lässt die Partie umgehend kippen. So auch hier: Nötig war im zweiundzwanzigsten Zug ein Turmopfer von Weiß, das bei Annahme zu zwingendem Matt geführt hätte. Jung fand das Motiv leider nicht und so ging ein Springer und damit die Partie verloren. 


Die Untergrombacher Bretter 1 bis 3 auf der linken Seite, kurz vor Spielbeginn. 

Am vierten Brett brachte Luca Toth mit Schwarz einen dem Königsindischen ähnlichen Aufbau aufs Brett, er gewann Raum und konnte dank eines gedeckten Bauern auf e4 seinen ungleichfarbigen Läufer auf d3 einnisten, was dem Weißen schon ziemliche Probleme bereitete. Um die offene f-Linie zu nutzen, opferte der Untergrombacher eine Qualität, die der Göppinger Spieler wieder zurückgab. Dabei übersah Weiß einen schwarzen Turmzug und im Endspiel mit Dame und Turm hatte Toth einen gedeckten Freibauern auf d3, der auch das Spiel entscheiden sollte.

Levin Wettstein bekam mit Weiß die Najdorf-Variante in der Sizilianischen Verteidigung aufs Brett. Die Stellung bekam Sweshnikow-ähnliche Strukturen, Weiß rochierte lang, Schwarz ließ den König um Zentrum und die Messer wurden gewetzt. Als im Schwerfigurenendspiel die weiße Dame über den Königsflügel eindringen konnte und die Öffnung des Zentrums nicht mehr zu verhindern war, gab Schwarz die Partie verloren.

Auf dem Papier hatte Tim Burkhardt eine leichte Aufgabe, machte sich das Leben aber zunächst selbst etwas schwer. Nachdem er in der Abtauschvariante im Caro-Kann einen Bauern erbeutete, zog er gegen den aggressiv zu Werke gehenden Weißen ohne Not Kf8, statt kurz zo rochieren, konnte sich aus der brenzlig werdenden Lage dank eines weißen Geschenks aber wieder befreien und löste die Aufgabe dann letztlich völlig ungefährdet nach 30 Zügen. 


Untergrombachs Bretter 4 bis 6: Luca Toth, Levn Wettstein und Tim Burkhardt (von links nach rechts). 

Dank des Auswärtssiegs hat Untergrombach den Klassenerhalt wieder in der eigenen Hand, benötigt dazu zwei Siege aus den beiden letzten Begegnungen gegen Walldorf und Leipheim.