2. Mannschaft Achter Spieltag
Verbandsliga Nord - Verbandsrunde 2025/26
Absteiger aus Oberliga: SC Eppingen 2
Aufsteiger aus Landesliga: SC Untergrombach 3, SC Neckargmünd
Mannschaftsführer: Ralf Toth
Achter Spieltag: 19.04.2026
SC Neckargmünd (N) |
1870 | - | SC Untergrombach 2 (N) |
2066 | 3 - 5 |
| SC Eppingen 2 (A) | 1982 | - | Mosbacher SC | 1965 | 3 - 5 |
| BG Buchen | 1905 | - | SSV Bruchsal | 2001 | 3 - 5 |
| SF Bad Mergentheim 3 | 1916 | - | SK Ettlingen 2 | 2032 | 2½ - 5½ |
| SC Viernheim 3 | 1984 | - | SC Pforzheim | 2013 | 4½ - 3½ |
Achter Spieltag: Einzelergebnisse
| Brett | SC Neckargmünd |
DWZ | SC Untergrombach 2 |
DWZ | Ergebnis |
|
| 1 | Jacob, Volker | 2203 | - | FM Dr. Podat, Vladimir | 2289 | ½ |
| 2 | Schmitt, Thomas | 2096 | - | FM Raupp, Thomas | 2243 | ½ |
| 3 | Reich, Markus | 1884 | - | Hayen, Andre | 2103 | 0 - 1 |
| 4 | Thomas, Thiemo | 1902 | - | Simon, Florian | 2083 | ½ |
| 5 | Simgen, Hardy | 1837 | - | Uyar, Levin | 2046 | ½ |
| 6 | Lotzenburger, Markus | 1745 | - | Doll, Stefan | 2108 | ½ |
| 7 | Berstel, Matthias | 1695 | - | Bopp, Sven | 1854 | 0 - 1 |
| 8 | Fahrion, Guido | 1598 | - | Jung, Niklas | 1802 | ½ |
Achter Spieltag: Tabelle
| Rang | Mannschaft | Spiele | Punkte | Brettpkt. | BW | DWZ-Schnitt |
1. |
SK Ettlingen 2 |
8 |
14:2 |
40 |
167½ |
2043 |
| 2. | SC Untergrombach 2 (N) | 8 | 12:4 | 39½ | 170½ | 2051 |
| 3. | BG Buchen | 8 | 12:4 | 37½ | 168 | 2033 |
| 4. | SSV Bruchsal | 8 | 11:5 | 34½ | 159 | 1978 |
| 5. | Mosbacher SC | 8 | 7:9 | 30 | 133½ | 1927 |
| 6. | SC Pforzheim | 8 | 7:9 | 27 | 124½ | 2019 |
| 7. | SC Viernheim 3 | 8 | 6:10 | 30½ | 120 | 1959 |
| 8. | SC Eppingen 2 (A) | 8 | 5:11 | 29 | 145 | 1956 |
9. |
SF Bad Mergentheim 3 |
8 |
5:11 |
27½ |
133 |
1902 |
10. |
SC Neckargmünd (N) |
8 |
1:15 |
21½ |
119 |
1858 |
Die Auf- und Abstiegsregeln in der Landesliga Nord ergeben sich aus den höheren Ligen. Der Meister steigt sicher auf. Die beiden letztplatzierten Mannschaften steigen ab. Wenn in die beiden Landesligen Nord nur eine oder gar keine Mannschaft absteigt, erhöht sich die Anzahl der Aufsteiger entsprechend. An jedem Spieltag sind die Auf- und Abstiegsplätze farblich markiert.
Spielbericht
Am achten und vorletzten Spieltag der Verbandsliga Nord ging es für den SCU 2 bei allerschlechtestem Schachwetter auf Auswärtsfahrt zum Mitaufsteiger SC Neckargemünd. Gegen das Tabellenschlusslicht sollte ein Sieg her, zumal wir in guter Besetzung antreten konnten. Doch Neckargemünd war keinesfalls zu unterschätzen, hatten sie in dieser Saison doch oft nur knapp den Kürzeren gezogen und sogar Tabellenführer Buchen ein 4:4 abgerungen.
Das Match begann etwas antiklimaktisch, denn am Spitzenbrett wurde ein Kurzremis vereinbart. FM Vladimir Podat hatte Weiß, aus der Modernen Verteidigung erwuchs eine der sizilianischen Drachenvariante eigene Struktur, die die Kontrahenten aber nicht weiter ausdiskutieren wollten.
Nicht viel mehr Zeit nahm die Partie von Sven Bopp in Anspruch, der Ausgang war jedoch ein anderer. Sein Gegner spielte einen Da5-Skandinavier und geriet sehr schnell auf Abwege.

- …Le4?? will sich die Fesselung des Sc3 zunutze machen. Doch nun folgt einfach 9. Sc4 mit Ablenkung der Dame. Es kam noch 9. …Dxc3+ 10. bxc3 Lxh1, aber nach 11. f3! ist der Läufer gefangen und wird in Kürze vom weißen König eingesammelt. Schwarz gab auf und wir gingen mit 0,5:1,5 in Führung.
Niklas Jung sah sich mit Schwarz einem Katalanisch-Verschnitt gegenüber, bei dem der weiße Bauer auf c3 statt auf c4 landete. Sicherlich nicht kritisch, Jung bekam eine komfortable Stellung, in der sich allerdings auch kein wirklich konkreter Plan fassen ließ. Allmählich begann die Partie dann zu seinen Ungunsten zu kippen, als Weiß das Läuferpaar eroberte und am Damenflügel vorrückte.

Nach 18. Tfd1 bekäme Schwarz schon echte Probleme mit dem Bauern d5, da Weiß nach 18. …dxc4?? mit Sxc4, Lxc6 und Sxe5 eine Figur gewinnt. Zieht die Dame aus der Fesselung, geht der d5 verloren, laut Maschine mit respektabler Kompensation, aber Bauer ist halt Bauer. Glücklicherweise kam es zu all dem nicht, denn der Neckargemünder bot hier mit 18. Sf3 Remis, was Jung natürlich annahm.
Andre Hayen spielte Abtausch-Französisch, es entstand die typische symmetrische Struktur, in der schließlich beide Seiten lang rochierten – ein seltener Anblick! Zunächst passierte wenig, Schwarz war darauf bedacht keine Angriffspunkte zu bieten und versuchte Figuren zu tauschen. Doch ein solches Tauschangebot sollte ihm zum Verhängnis werden:

Hier entkorkte Hayen aus dem Nichts das gewinnbringende 20. Sc5! mit der Idee, dass nach 20. …bxc5 21. bxc5 die schwarze Dame den Sf6 nicht mehr decken kann und zusätzlich zu diesem dank Schachgebot auch der Bauer f7 fallen wird. Falls 20. …Kc7 (verhindert Sb7+), so kann Weiß zweimal auf e8 tauschen und auch hier den f7 einsammeln. Die Partiefortsetzung offenbarte dann noch eine dritte Pointe: 20. …Txe2 21. Txe2 Kc7 22. Se6+! fxe6 23. Dxf6, wonach Hayen die schwachen Bauern auf e6 und g6 einkassierte und Schwarz sich geschlagen gab. Stark! Und ein wichtiger Punkt für die Mannschaft, die nun mit 1:3 führte.
Die wohl ödeste Partie des Tages fiel (leider) mir zu. Ich hatte Schwarz, spielte symmetrisches Englisch, wobei mein Gegner einen für Weißverhältnisse sehr passiven, aber eben auch soliden Aufbau wählte. Nach einigen Verwicklungen im Zentrum blieb Weiß mit einem isolierten Bauern zurück, auf dem fortan meine Hoffnungen lagen.

Nach 13. Sxf5 Dxf5 14. Db1 Tad8 15. Dxf5 gxf5 16. Le1 sieht die weiße Stellung etwas ungesund aus, ich kann daraus aber kein Kapital schlagen. Auf 16. …b6 folgte 17. Tc1 und der Plan c3-c4-c5 war nur unter Abwicklung in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel zu verhindern – Remis zum 1,5:3,5.
Spannender verlief die Begegnung an Brett 2, wo sich FM Thomas Raupp auf der schwarzen Seite einer Taimanov-Nebenvariante wiederfand. In der Eröffnung bezahlte er einen Durchbruch im Zentrum mit einem isolierten Bauern, den er allerdings bald wieder loswurde. Gleichzeitig spielte Weiß auf Angriff:

Die geschwächte lange Diagonale und der Turm auf h3 wirken bedrohlich, tatsächlich hat Weiß hier aber nichts. Schwarz kann Tf8-d8-d5 spielen mit völliger Kontrolle. Das nächste strategische Ziel wäre der Abtausch der Läufer, wonach die schwarzen Schwerfiguren die offenen Linien dominieren. In der Partiefortsetzung konnte Weiß allerdings die Damen tauschen, bevor der schwarze Läufer aktiv wurde und hatte im Endspiel dann nicht nur einen Freibauern, sondern auch Mattideen. Mit wenig Zeit entging beiden Spielern ein Gewinn für Weiß:

- Tc3! und Schwarz muss entweder 34. Tc8 mit Gewinn des Läufers zulassen oder Türme tauschen, wonach der Bauer mittels a4-a5-a6 gefolgt von Lc3-e1-f2 durchläuft. Stattdessen folgte 33. Td3? La5 34. Td4 Tc1+ und Schwarz rettete sich ins Remis. Damit stand es 2:4 für uns.
Stefan Doll durfte seine Schwarzserie weiter ausbauen (nun 8 aus 8) und entschloss sich gegen Slawisch für den seltenen g6-Aufbau. Beide Seiten entwickelten sich nach typischem Schema, schließlich öffnete sich die c-Linie, welche sogleich zum Abtausch aller Schwerfiguren genutzt wurde. Im entstandenen Endspiel sah Doll trotz symmetrischer Bauernstruktur noch „Quetschpotenzial“ und erarbeitete sich einen leichten Raumvorteil. Doch Weiß ließ nichts anbrennen:

Hier halten viele Züge Ausgleich, aber nach dem direkten 30. e4 kann Schwarz die Auflösung des Zentrums und eine Vereinfachung der Stellung nicht verhindern. Es folgte 30. …exd4 31. Lxd4 Lxc5 32. Lxc5 dxe4 33. Lxa7 und die Luft war raus, auch wenn noch knapp 20 Züge gemacht wurden. Mit diesem Remis zum 2,5:4,5 hatten wir den Mannschaftssieg in der Tasche.
Levin Uyar spielte die Nebenvariante 3. Df3 gegen Caro-Kann, kam gut aus der Eröffnung, hatte die etwas aktiveren Figuren und Raumvorteil am Königsflügel. Gleichzeitig konnte sein Gegner genügend Leichtfiguren tauschen, um jedweden weißen Angriffsversuch im Keim zu ersticken. Nachdem auch die Schwerfiguren vom Brett verschwunden waren, blieb ein Endspiel mit Springer gegen Läufer übrig. Uyar versuchte zunächst noch auf Sieg zu spielen, musste sich aber die Bauern am Damenflügel auf schwarzen Feldern festlegen lassen, wo sie ein Ziel des gegnerischen Läufers waren. Gegen eine Zugwiederholung hatte er dann auch nichts mehr einzuwenden – Remis zum 3:5-Endstand. Tatsächlich hatte Schwarz einen studienartigen Gewinn verpasst, denn die Schwäche der weißen Bauern ließ sich mit Zugzwangideen ausnutzen:

Hier gewinnt 45. …Ld8 mit der Drohung 46. …Lb6, da Weiß den Springer dann nicht dazwischen stellen kann, ohne in einem verlorenen Bauernendspiel zu landen, zum Beispiel nach 46. Ke3 Lb6 47. Sc5 Lxc5. Folglich ist das sofortige 46. Sc5 erzwungen. Nun scheitert 46. …Lb6 an 47. Sb3!, da nach 47. …La7 48. Sc5 das Bauernendspiel diesmal Remis ist und auf andere Läuferzüge gerade rechtzeitig Sb3-c1-e2-c3+ kommt. Schwarz muss es also von der anderen Seite versuchen: 46. …Lf6 47. Sb3 Lg7 48. Sa5 Lf8 (48. …Lxd4? 49. Sxc6 =) 49. Kc3 Ke4! 50. Sxc6 Lg7!

Jetzt geht der Bauer d4 verloren und als nächstes seine Kollegen am Königsflügel. Der Läufer wird einen potenziellen b-Freibauern mühelos aufhalten, während die schwarzen Bauern zur Dame laufen. In der Partie kam 45. …Lf8? und die Chance war dahin.
Letztendlich steht für uns ein 3:5-Arbeitssieg zu Buche, der auch keinesfalls hätte höher ausfallen dürfen. Neckargemünd spielte insgesamt solide und ließ eher selbst noch einige Chancen liegen.
Durch den Sieg unserer Nachbarn vom SSV Bruchsal gegen den Tabellenführer Buchen springen wir nun etwas unverhofft auf Platz 2, der voraussichtlich den Aufstieg in die Oberliga Baden bedeuten würde. Damit kommt es am letzten Spieltag doch tatsächlich zum Showdown, wenn die Buchener Truppe in Untergrombach gastiert. Man darf gespannt sein…