2. Mannschaft Vierter Spieltag

Verbandsliga Nord - Verbandsrunde 2025/26

Absteiger aus Oberliga: SC Eppingen 2
Aufsteiger aus Landesliga: SC Untergrombach 3, SC Neckargmünd

Mannschaftsführer: Ralf Toth

Vierter Spieltag: 11.01.2026

SC Untergrombach 2 (N)

2010 -

SK Ettlingen 2

2033

3 - 5

SC Eppingen 2 (A) 1980 - SSV Bruchsal 2002

3½ - 4½

Mosbacher SC 1961 - SC Pforzheim  

+ -

SC Neckargmünd (N) 1870 - SC Viernheim 3 1764

3 - 5

BG Buchen 1981 - SF Bad Mergentheim 3 1923

5 - 3

Vierter Spieltag: Einzelergebnisse

Brett

SC Untergrombach 2

DWZ  

SK Ettlingen 2

DWZ

Ergebnis

1 FM Raupp, Thomas 2243 - Zeier, Klaus 2177

0 - 1

2 FM Dr. Balzar, Andreas 2254 - Fromme, Simon 2033

0 - 1

3 Uyar, Levin 2046 - Heberle, Lukas 1951

½

4 Chernykh, Arkady 2088 - Dr. Gebhardt, Ulrich 2010

1 - 0

5 Doll, Stefan 2108 - Orsolic, Marijan 2011

½

6 Bopp, Sven 1854 - Pyvovar, Igor 2016

½

7 Jung, Niklas 1802 - Fucik, Timo 1997

0 - 1

8 Burkhardt, Tim 1687 - Schwingen, Dominik 1993

½

Vierter Spieltag: Tabelle

Rang Mannschaft Spiele Punkte Brettpkt. BW DWZ-Schnitt

1.

SK Ettlingen 2

4

7:1

19

83½

2044

2. BG Buchen 4 7:1 19 77½ 2035
3. SC Untergrombach 2 (N) 4 6:2 19½ 87½ 2038
4. Mosbacher SC 4 5:3 19 85½ 1968
5. SC Viernheim 3 4 3:5 15 61 1934
6. SSV Bruchsal 4 3:5 14½ 75½ 1983
7. SF Bad Mergentheim 3 4 3:5 14 13 1881
8. SC Pforzheim 4 3:5 12 46½ 2028

9.

SC Eppingen 2 (A)

4

2:6

14½

82½

1950

10.

SC Neckargmünd (N)

4

1:7

13½

60½

1862

Spielbericht

Von Florian Simon

Am vierten Spieltag der Verbandsliga Nord stand für die zweite Mannschaft des SCU das Spitzenspiel gegen Ettlingen 2 an. Untergrombach war mit drei Siegen in die Saison gestartet, während Ettlingen bislang einen Mannschaftspunkt abgegeben hatte. Die Gäste waren entsprechend vorgewarnt und gingen mit einer starken Aufstellung an den Start, nach DWZ-Schnitt war es ein etwa ausgeglichenes Match. Auf Untergrombacher Seite gaben Arkady Chernykh (Neuzugang) und Tim Burkhardt (nach zuletzt starken Leistungen) ihr Debüt für die 2. Mannschaft.

Die Partie von Levin Uyar verlief recht unspektakulär. Mit Schwarz spielte er gegen das Londoner System, die Stellung blieb dabei stets im Gleichgewicht. Die Kontrahenten fanden bald eine Zugwiederholung und einigten sich auf Remis.

Das gleiche Resultat nach der gleichen Eröffnung steuerte Stefan Doll bei. Ihm gelang es aufgrund der ungenauen Zugreihenfolge seines Gegners den London-Läufer gegen einen Springer abzutauschen, gab seinen kleinen Stellungsvorteil durch den Tausch der Damen aber wieder ab. Nun konnte Weiß Druck auf einen rückständigen Bauern aufbauen und der Untergrombacher durfte sich etwas glücklich schätzen, dass sein Gegner lieber Züge wiederholte als seine Stellung weiter zu verstärken.

Sven Bopp spielte mit Weiß die Zweispringer-Variante gegen die Caro-Kann-Verteidigung. Schwarz entschied sich dazu das Zentrum zu schließen, verschenkte dann aber ein Tempo mit einem überflüssigen Damenzug und überließ Bopp die Initiative. Mithilfe einer Taktik in Form eines temporären Figurenopfers räumte Weiß das Zentrum frei und hätte im Anschluss durch eine weitere Taktik sogar einen Bauern gewinnen können. Doch auch so behielt Weiß etwas Vorteil, da er im Endspiel mit Türmen und Läufer gegen Türme und Springer die offene e-Linie beherrschte und die bessere Leichtfigur besaß. Bopp bot an dieser Stelle Remis und zeigte damit vielleicht etwas zu viel Respekt vor dem DWZ-Unterschied, wobei die Entscheidung aber sicherlich verständlich ist. Schwarz nahm an und es stand 1,5:1,5.


Die Spitzenbretter des SC Untergrombach (rechts).  

Am Spitzenbrett wählte FM Thomas Raupp einen e6-Sizilianer, sein Kontrahent antwortete 3. g3 und lenkte die Partie in ruhige Bahnen. Nach Bauerntäuschen im Zentrum blieb Schwarz mit isoliertem Damenbauern zurück, welcher Weiß einen langfristigen kleinen Vorteil verschaffen sollte. Als ein Damentausch unausweichlich war, entschied sich Raupp nach langem Rechnen dazu taktische Verwicklungen herbeizuführen (13. …Sb4?). Schwarz gewinnt damit zwar zunächst eine Qualität, da sich der Springer bis a1 durchfrisst, dieser läuft allerdings große Gefahr im gegnerischen Lager gefangen zu werden. Nach einigen weiteren Zügen war klar, dass die schwarzen Versuche den Springer zu retten tatsächlich nicht funktionierten. Damit entstand ein für Weiß technisch gewonnenes Endspiel mit Läuferpaar gegen Turm, welches Raupps Gegner auch völlig sauber zu Ende spielte. Dies bedeutete die 1,5:2,5-Führung für Ettlingen.

Tim Burkhardt hatte Französisch auf dem Brett und entschied sich für die Schlechter-Variante (3. Ld3). Die Eröffnungsbehandlung seines Gegners schien etwas fragwürdig, doch Burkhardt fand keine Widerlegung und geriet unter Druck, nachdem er Schwarz das Läuferpaar überlassen musste. Zur Deckung des schwachen Bauern b2 postierte er die Dame auf c1, wonach Schwarz eigentlich freie Hand zum Angriff hatte. Doch diese Chance blieb ungenutzt und von hier an kämpfte sich Weiß in die Partie zurück, manövrierte seine Leichtfiguren geschickt, um Abtäusche herbeizuführen und als auch die Damen vom Brett verschwanden, war das Schlimmste überstanden. Im Turmendspiel stand Schwarz zwar weiterhin aktiver und beherrschte die offene d-Linie, Burkhardt fand aber die korrekten Züge und sammelte ohne Probleme den halben Punkt ein. Ein gelungenes Verbandsligadebüt gegen einen favorisierten Gegner.


Feierte ein gelungenes Verbandsligadebüt: Tim Burkhardt remisierte mit Weiß.

Die dramatischste Partie des Tages spielte FM Dr. Andreas Balzar mit Weiß an Brett 2. In einer Nebenvariante des Sveshnikov-Sizilianers opferte sein Gegner einen Bauern für Figurenaktivität und ein mächtiges Zentrum. Die weißen Hoffnungen lagen auf mehreren Freibauern am Damenflügel, die zwar von der schwarzen Dame effektiv blockiert, aber gleichzeitig auch nicht angreifbar waren. Als die schwarzen Türme über die c-Linie eindrangen geriet Dr. Balzars etwas wackliger Aufbau ins Wanken. Hier hätte sein Gegner mittels einer komplexen Abwicklung bereits großen Vorteil erlangen können:

Dr. Balzar - Fromme, Stellung nach 26. Dd2

Hier gewinnt 26. …Ta1! mit der Drohung …Tcc1. Auf das von Weiß geplante 27. Sc2 folgt …Txf1+! 28. Kxf1 Lxc2 29. Txc2 Dxb5+. Nach 30. Te2 kann Schwarz auf a6 und e2 nehmen und hat die Qual der Wahl zwischen verschiedenen gewonnenen Endspielen. Auf das alternative 30. Ke1 folgt …Sd3+ 31. Dxd3 Dxd3 32. Txc8+ Kg7 und Weiß hat zwar zwei Türme für die Dame, die schwarze Bauernlawine wird die Partie aber entscheiden.

Stattdessen spielte Schwarz das logisch aussehende 26. …T8c3? und beide Spieler unterschritten die 5-Minuten-Marke, wobei jederzeit noch alle drei Ergebnisse möglich schienen. Nun verpasste Weiß eine gute Gelegenheit die Stellung der schwarzen Türme auszunutzen und damit entweder eine Qualität zu gewinnen oder die Freibauern ins Rollen zu bringen. Der entscheidende Moment folgte im 30. Zug:

Dr. Balzar - Fromme, Stellung nach 29. …T3c2

Zu diesem Zeitpunkt hatten beide nur noch zwei Minuten auf der Uhr. Das Damenopfer 30. Txc2 Txc2 31. Dxc2! Lxc2 32. Txc2 führt zu einer Stellung, in der Weiß wohl gute praktische Chancen hätte. Die Engine zeigt Ausgleich, weil Schwarz nach Tc6 immer Dauerschachideen hat und die Idee a4 und Ta2 mit …Da5 beantworten kann. Falls Schwarz die Bauern ins Rollen bringt, läuft er zudem Gefahr sich die Dauerschachoption zu verbauen. Doch Dr. Balzar entschied sich für eine andere Möglichkeit, welche scheinbar eine Figur gewinnt, nämlich 30. Dxd3 Txf2 31. a7?? Dxa7 32. b6 und fiel nach 32 …Db8! aus allen Wolken. Es droht Damengewinn per Abzugsschach und Weiß bleibt einfach mit Minusturm zurück. Dr. Balzar musste sich geschlagen geben – eine enorm bittere Niederlage nach langem kompliziertem Kampf, zumal Ettlingen damit auf 2:4 erhöhte und das Match wohl gewinnen würde.

Niklas Jung sah sich mit Schwarz der Abtauschvariante der Slawischen Verteidigung gegenüber. Weiß machte keinen Hehl aus seinen Angriffsambitionen, errichtete eine Stonewall-Formation, pflanzte einen Springer auf e5 ein und bereitete mit Kh1 und Tg1 den Vorstoß des g-Bauern vor. Jung verteidigte zäh, verbrauchte dadurch aber auch viel Bedenkzeit. Als sein Gegner einen Springer umgruppierte, ergab sich ein einzügiges Zeitfenster um das Zentrum anzuhebeln, die f-Linie zu öffnen und damit den Angriff zu stoppen. Nachdem diese Gelegenheit verpasst war, gelangte besagter Springer an den Königsflügel und Weiß nutzte geschickte Angriffsdrohungen, um sämtliche aktiven Figuren von Schwarz abzutauschen. Als der weiße Turm über c7 in die schwarze Stellung eindrang, war die Messe gelesen. Schade für den Untergrombacher, der sich lange wacker verteidigt hatte – hier muss man aber auch dem Ettlinger Respekt zollen für eine wirklich stark vorgetragene Angriffspartie. Damit stand es 2:5 für Ettlingen und die Niederlage für den SCU stand fest.

Die längste Partie spielte Arkady Chernykh. Gegen die Nimzo-Indische Verteidigung entschied er sich für das seltene 4. Db3 und brachte seinen Gegner damit ein wenig ins Straucheln. Denn Schwarz verschmähte erst das Angebot das weiße Läuferpaar zu reduzieren und sah sich dann zum etwas krummen Bauernvorstoß …f5 gezwungen. Chernykh stieß sogleich einen Bauern nach h5 vor, was sich allerdings als Zeitverlust entpuppte, da sein Gegner Figuren – und vor allem die Damen – tauschen konnte, bevor sich Angriffschancen für Weiß ergaben. Im resultierenden Turmendspiel war der h5-Bauer nun mehr Schwäche als Stärke und Schwarz hatte mit dem Turm auf der offenen d-Linie und einem potenziellen e-Freibauern die Trümpfe in der Hand. Im 32. Zug bot Weiß den Turmtausch an, das entstehende Bauernendspiel hatten beide Spieler als remis eingeschätzt. Tatsächlich gibt es aber einen Gewinnweg für Schwarz, der seinem König ein Einfallstor am Damenflügel schaffen kann, während sein Gegenpart den e-Freibauern bewachen muss. Zum großen Glück des Untergrombachers wollte sein Kontrahent kein Remis, sondern gewinnen und spielte deshalb nicht den Gewinn-, sondern einen Verlustzug. Mit einem Mal beherrschte Weiß die offene Linie und konnte einfach auf Bauernjagd gehen. Letztlich opferte Chernykh seinen Turm für den letzten gegnerischen Bauern und erreichte ein gewonnenes Endspiel mit drei verbundenen Bauern gegen Turm, welches er präzise zur Vollendung führte.

Das Spitzenspiel der Verbandsliga Nord endet also mit einem verdienten 3:5-Sieg der Gäste aus Ettlingen. Untergrombach konnte sich an zu wenigen Brettern Chancen erarbeiten und machte insgesamt einfach mehr Fehler. Der Blick auf die Tabelle sollte aber keine trübe Stimmung aufkommen lassen, denn als Aufsteiger steht man nun immer noch auf dem dritten Tabellenplatz mit nur einem Punkt Rückstand auf Buchen und Ettlingen. Mit dem Abstieg sollte der SCU 2 nichts zu tun haben und der eine oder andere Punkt wird sicherlich noch dazukommen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich beim Derby gegen den SSV Bruchsal, die an diesem Spieltag ihren ersten Mannschaftssieg eingefahren haben und hochmotiviert sein werden. Ein heißes Match ist also gewiss.

 

Partien

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11.01.2026