1. Mannschaft Aktueller Spieltag

Oberliga Baden - Saison 2019/2020| Oberliga 2019/2020 im BSV-Ergebnisdienst

Absteiger aus der 2. Schachbundesliga: -
Aufsteiger aus den Verbandsligen: SC Ötigheim | SC Emmendingen II | SK Ettlingen

Mannschaftsführer: IM Heinz Fuchs

Sechster Spieltag: 09.02.2020

SC Untergrombach

2322

-

SC Dreiländereck

2211

6 - 2

SC Brombach 2312 - SC Ötigheim (N) 2406

3½ - 4½

SC Viernheim II 2354 - SK Ettlingen (N) 2195

5½ - 2½

SC Emmendingen II (N) 2258 - BG Buchen 2218

5 - 3

SF Sasbach 2233 - OSG Baden-Baden III 2350

4 - 4

Sechster Spieltag: Einzelergebnisse

Brett

SC Untergrombach

ELO  

SC Dreiländereck

ELO Ergebnis
1 GM Solodovnichenko, Yuri 2567 - FM Arcuti, Davide 2336

½

2 GM Rogic, Davor 2492 - FM Fischer, Daniel 2318

½

3 FM Dr. Podat, Vladimir 2310 - FM Viennot, Dylan 2340

1-0

4 FM Dr. Sieglen, Joachim 2198 - FM Lutz, Bernhard 2325

0-1

5 FM Kountz, Jochen 2327 - FM Grandadam, Nicolas 2276

+ -

6 FM Raupp, Thomas 2248 - Lutz, Andreas 2057

1-0

7 FM Schneider, Bernd 2260 - Fiedler, Jörg 2077

1-0

8 FM Wiechert, Hans 2175 - Dr. Tödter, Carsten 1966

1-0

Sechster Spieltag: Tabelle

Rang

Mannschaft

Spiele Punkte BP BW ELO-Schnitt
1 SC Ötigheim (N) 6 12:0 31½ 150½

2345

2 OSG Baden-Baden III 6 11:1 32 149½

2338

3 SC Viernheim II 6 8:4 31 139

2283

4 BG Buchen 6 8:4 26 113½

2296

5 SC Untergrombach 6 6:6 27 114

2310

6 SC Brombach 6 6:6 23 108½

2268

7 SC Emmendingen II (N) 6 5:7 20½ 85

2252

8 SK Ettlingen (N) 6 2:10 17½ 75

2225

9 SF Sasbach 6 1:11 16 76

2237

10 SC Dreiländereck 6 1:11 15½ 69

2225

Aus den zweiten Ligen steigen jeweils die drei letztplatzierten Mannschaften ab. Badische Vertreter sind in der 2. Liga Süd: Baden-Baden II, Eppingen, Emmendingen und Walldorf. In der 2. Liga Ost: Bad Mergentheim. Aktuelle Anzahl Absteiger in die OL Baden: 0.

Spielbericht


Der SCU 19/20: FM Dr. Joachim Sieglen, FM Jochen Kountz, FM Dr. Vladimir Podat, FM Hans Wiechert, IM Heinz Fuchs, GM Davor Rogic, FM Thomas Raupp, GM Yuri Solodovnichenko, FM Bernd Schneider

von Jochen Kountz und Ralf Toth

Am sechsten Spieltag der Oberligasaison 2019/2020 stand für den SC Untergrombach ein entscheidendes Spiel im Abstiegskampf an: zu Hause ging es gegen den SC Dreiländereck, gegen den man in der letzten Saison noch eine knappe Niederlage hinnehmen musste. Dreiländereck musste GM Bogner in die erste Liga ziehen lassen und hat diesen Spieler nicht adäquat ersetzen können. Hier witterte der SCU seine Chance und trat wieder mit GM Yuro Solodovnichenko am Spitzenbrett an.

Der Kampf begann mit einer faustdicken Überraschung: Drei gegnerische Spieler kamen eine gute Viertelstunde zu spät und den achten Spieler mussten sie krankheitsbedingt ganz zu Hause lassen. Offenbar war in der Kürze der Zeit kein Ersatz mehr zu organisieren. So ging Untergrombach durch einen kampflosen Sieg von FM Jochen Kountz nach einer halben Stunde in Führung.


Das Spitzenbrett: GM Yuri Solodovnichenko mit Schwarz gegem FM Arcuti, der es auf ein Remis angelegt hatte.

An Brett 1 hatte es der Schweizer FM Arcuti mit diversen Abtauschaktionen darauf angelegt, dem rund 230 ELO stärkeren GM Yuri Solodovnichenko erst gar keine Angriffschancen zu geben. Der Ukrainer bekam keine Chance, die er hätte nutzen können, das Spiel blieb stets in Remisbreite und endete im unvermeidlichen Friedensschluss.


Die Untergrombacher Hoffnungen ruhten unter anderem auf ihm: FM Thomas Raupp (links) holte einen eminent wichtigen Punkt

Überraschend war Dreiländereck trotz der prekären Tabellensituation an den letzten drei Brettern nominell klar unterlegen. Hier ruhten die Untergrombacher Hoffnungen auf den Spielern mit der klar höheren ELO und der reichlich vorhandenen Erfahrungen. An Brett 6 hatte sich FM Thomas Raupp eine vorteilhafte Stellung erspielt, stellte dann den wichtigen Bauern auf f3 taktisch ein und begann, weitere Linien für sein Läuferpaar zu öffnen, um nicht weiter unter Druck zu geraten. In aufziehender Zeitnot verlor sein Gegner dann völlig den Überblick, stellte unter Druck eine Figur ein und gab auf.


Großmeister Davor Rogic verpasste im Mittelspiel den Gewinn und war am Ende froh, dass sein junger Gegner mit Stellungswiederholung einverstanden war

Am zweiten Brett nahm GM Rogic in der Archangelsk/Möller-Variante der Spanischen Partie den Gegner mit 9. Lc2 aus dem Buch. In der Folge entstand ein komplexes Mittelspiel, in dem der Großmeister seinen jungen Gegner FM Fischer erst überspielte, um dann in Zeitnot die Gewinnkombination nicht zu finden. Es kam, wie es kommen musste: Schwarz bekam Gegenspiel und stand plötzlich besser, es war Rogic der nun verteidigen musste. In beiderseitiger Zeitnot wollte FM Fischer dann kein Risiko mehr gehen und wählte eine Stellungswiederholung zum Remis.


Schon wieder Schwarz? FM Dr. Podat wusste diesmal den "Anzugsnachteil" zu kompensieren und gewann.

Am dritten Brett hatte FM Dr. Podat zum fünften Mal in sechs Spielen die schwarzen Steine zu führen. Diesmal wurde der Farbnachteil aber kompensiert durch die 15 Minute, welche der Gegner zu spät am Brett erschien. Dieser spielte die Eröffnung schnell herunter, FM Dr. Podat geriet unter Druck und suchte dynamisches Gegenspiel gegen den weißen Aufbau mit dem Londoner System. In eigener Zeitnot verkomplizierte FM Dr. Podat die Partie, und sein Gegner versuchte, den Druck zu erhöhen und einen Mattangriff zu inszenieren. Doch der Untergrombacher hatte besser gerechnet, ein gegnerisches Springeropfer zunächst abgelehnt und stattdessen seine Königsposition Schritt für Schritt abgesichert. Er hatte gesehen, daß dem opferbereiten Springer sowieso der Rückweg abgeschnitten war, und so kam es, wie es kommen mußte: Schwarz sammelte schlußendlich den Rappen für zwei Bäuerchen ein, tauschte nach und nach die Schwerfiguren und erreichte sicher die Zeitkontrolle. Anschließend war die Verwertung der Mehrfigur nur noch eine Frage der Technik.


Ein heißer Tanz stand FM Hans Wiechert bevor, den kühleren Kopf bewahrte jedoch er.

Am achten Brett opferte der Gegner von FM Hans Wiechert eine Figur für vier Bauern plus brandgefährlichem Angriff. Die beiden Türme von Weiß sowie sein Springer waren am Damenflügel konzentriert und Wiechert musste sich erst einmal konsolidieren und auf seine offene Königsstellung und einen gefährlichen gegnerischen Freibauern aufpassen. Ein, zwei Züge lang war seine Position wohl glatt verloren, nachdem sein Gegner aber diese Chance nicht genutzt hatte, konnte FM Wiehcert erst einmal alles abdichten und seine Figuren umgruppieren. Nach einigen gegnerischen Ungenauigkeiten hatte Weiß dann plötzlich einen Mehrturm gegen vier gefährlich aussehende Freibauern, die aber allesamt nichts mehr ausrichteten. Stattdessen ging der Untergrombacher zum Gegenangriff über, den sein Opponent nicht mehr parieren konnte und stattdessen entnervt aufgab. Der fünfte Punkt war damit gleichbedeutend mit dem Mannschaftssieg.


Verbrauchte viel Zeit gegen einen stärkeren Gegner. FM Dr. Joachim Sieglen (Weiß)

Am vierte Brett war der Gegner ELO-mäßig klar überlegen. FM Dr. Joachim Sieglen verbrauchte zudem viel Zeit in der Eröffnungsphase, stand anschließend im damenlosen Mittelspiel allerdings optisch immer leicht angenehmer. FM Dr. Sieglen hatte mit dem Erreichen der Zeitkontrolle unachtsam die Zentrumsspannung aufgelöst und unnötigerweise ein schlechteres Endspiel angesteuert, das undankbar zu verteidigen war. Mit fortdauernder Spielzeit konnte er dem gegnerischen Druck nur noch schwer standhalten, büßte nach einem taktischen Versehen einen zentralen Bauern ein und ließ sich den Rest dann nicht mehr zeigen. 5:2 nun für den SCU und es spielte nur noch FM Schneider am siebten Brett.


Und er punktet und punktet und punktet... FM Bernd Schneider ist nicht nur Untergrombachs bester Punktelieferant, sondern nun erfolgreichster Spieler der Oberliga (5 aus 6)

FM Bernd Schneider stand zunächst gedrückt, hat sich dann aber am Damenflügel mutig einen gegnerischen Bauern geschnappt. Weiß hatte durch ein optisch ansprechendes Läufermanöver denselben vom Königsflügel auf den Damenflügel überführt, wo dieser aber nichts ausrichtete und vielmehr als Verteidiger der weißen Felder am Königsflügel fehlte. FM Schneiders Springer war klar besser, und nach ein paar weiteren Zügen konnte er mit Dame und Turm die h-Linie zurückerobern. Einen Mehrbauern hatte er ja sowieso schon, und es war klar, daß sich der Wind gedreht hatte.
Am Ende wurde es noch einmal spannend, als Schneider in klar vorteilhafter bis gewonnener Stellung zuließ, daß die gegnerische Dame gefährlich in sein eigenes Lager eindrang. Zusammen mit dem eigentlich seit gefühlt einer Ewigkeit kaltgestellten Läufer hätte Weiß ihm mit einer taktisch brillianten Kombination den Garaus machen können. Nachdem diese Chance aber verstrichen war, sammelte FM Bernd Schneider souverän den vollen Zähler zum 6:2 Endstand ein.

In der Tabelle hat Untergrombach nun fünf Punkte auf den derzeit ersten Abstiegsplatz (Rang 9). Aktuell sieht es auch ganz gut aus, dass es wohl bei nur zwei Absteigern aus der Oberliga bleiben wird. In der zweiten Liga Süd sind bis auf Walldorf alle badischen Vertreter bereits gesichert. Walldorf hat jedoch ein sehr schweres Restprogramm in den beiden letzten Spielen und ist somit stark abstiegsbedroht. In der zweiten Liga Ost hat Bad Mergentheim am Wochenende gewonnen und somit gute Chancen auf den Klassenerhalt. In der Oberliga kam Sasbach zu einem überraschenden Punkt, zwischenzeitlich sah es gar nach einem Sieg des Tabellenletzten gegen den Tabellenführer aus, aber Baden-Baden machte aus einem 1:4 Rückstand noch ein 4:4. Ettlingen unterlag gleichfalls.

Am nächsten Spieltag geht es gegen Brombach. Sollte der SCU hier etwas Zählbares mitnehmen, wäre der Klassenerhalt gesichert. Höchstwahrscheinlich würde ein Unentschieden wie in der letzten Saison genügen.