2. Mannschaft Spielplan 2026/27 Erster Spieltag

Oberliga Baden - Verbandsrunde 2026/27

Absteiger aus Oberliga Baden-Württemberg: -
Aufsteiger aus Verbandsliga Nord: SK Ettlingen 2, SC Untergrombach 2
Aufsteiger aus Verbandsliga Süd: SC Brombach 2

Mannschaftsführer: Florian Simon

Alle Spielstärkenwerte in ELO. 

Erster Spieltag: 27.09.2026

SC Untergrombach 2 (N)

2139 -

SK Freiburg-Zähringen

2098

4 - 4

SF Gottmadingen 2145 - SV Walldorf 2 2206

3½ - 4½

SC Brombach 2 (N) 2063 - SC Heitersheim 2078

2½ - 5½

SF Bad Mergentheim 2 2131 - SK Ettlingen 2 (N) 2050

5 - 3

SK Ladenburg 2132 - Karlsruher SF 2 2049

4 - 4

Erster Spieltag: Einzelergebnisse

Br

SC Untergrombach 2 (N)

ELO

-

SK Freiburg-Zähringen

ELO

Ergebnis

1 FM Dr. Podat, Vladimir 2203 - CM Skembris, Simon Max 2202

0 - 1

2 Doll, Alexander 2219 - WGM Trabert, Bettina 2222

½

3 Hayen, Andre 2083 - WFM Hund, Sarah 2120

½

4 FM Raupp, Thomas 2225 - FM Schild, Christoph 2288

½

5 FM Schneider, Bernd 2155 - FM Scherer, Helmut 2218

½

6 Simon, Florian 2136 - Lauterbach, Kolja 1995

1 - 0

7 FM Kountz, Jochen 2219 - Haas, Leandro 1827

1 - 0

8 Hayen, Kay 1869 - Miller, Konstantin 1911

0 - 1

Erster Spieltag: Tabelle

Rang

Mannschaft

Spiele Punkte Brettpkt. BW ELO

1.

SC Heitersheim

1

2:0

5½

25

2078

2. SF Bad Mergentheim 2 1 2:0 5 24 2131
3. SV Walldorf 2 1 2:0 4½ 15½ 2206
4. SK Ladenburg 1 1:1 4 21 2132
5. SK Freiburg-Zähringen 1 1:1 4 20 2098
6. SC Untergrombach 2 (N) 1 1:1 4 16 2139
7. Karlsruher SF 2 1 1:1 4 15 2049
8. SF Gottmadingen 1 0:2 3½ 20½ 2145

9.

SK Ettlingen 2 (N)

1

0:2

3

12

2050

10.

SC Brombach 2 (N)

1

0:2

2½

11

2063

Spielbericht

Von Florian Simon

Die Sommerpause hat ein Ende, zumindest für manche, denn die Oberliga Baden startete mit ihrem vorgelagerten ersten Spieltag in die neue Saison 2026/27. Nach zwei Aufstiegen in Serie bekommt es Untergrombachs Zweite nun mit sehr starken Gegnern zu tun, das Ziel kann also nur der Klassenerhalt sein.

Zum ersten Spieltag empfingen wir nun also den Traditionsverein SK Freiburg-Zähringen im Schachraum der Bundschuhhalle. Personell schienen die Voraussetzungen gut, wenngleich einige unserer Spieler zeitgleich beim unten in der Halle stattfindenden Joß-Fritz-Jugendopen am Start waren. Doch auch die Gäste hatten eine starke Truppe heranbeordert, sodass ein ausgeglichenes Match zu erwarten war.

Aufgrund des Opens war die Umgebung für Ligaverhältnisse dann recht belebt, mit einem erhöhten Publikumsverkehr im Spielsaal sowie einem ungewohnt reichhaltigen gastronomischen Angebot.

FM Bernd Schneider durfte gegen einen alten Bekannten ran und spielte mit Schwarz Caro-Kann. In der Abtauschvariante baute er sich solide, aber auch etwas passiv auf, sodass Weiß recht angenehm aus der Eröffnung kam. Der Freiburger Mannschaftsführer pflanzte bald einen Springer auf e5 ein, zudem hatte Bernd ein Sorgenkind in Person seines weißfeldrigen Läufers, der hinter den eigenen Bauern feststeckte.

13. …f6 – was sonst? Doch nach 14. Sg4 hat sich die schwarze Situation längst nicht stabilisiert. Weiß plant Sd2 und Tae1 gefolgt von h4 und h5 mit starkem Angriff. Bernd entschied sich mit 14. …f5 in den sauren Apfel zu beißen und den Springer wieder nach e5 zu lassen, wobei sein eigener Springer nun immerhin nach e4 hüpfen konnte. Die Engine findet stattdessen mit 14. …e5!? noch eine dynamische Ressource, die in sämtlichen Varianten Ausgleich hält, teils mit unterhaltsamen Komplikationen. Unbedingte Analyseempfehlung!

In der Partie entknotete Bernd seine Stellung nun ein wenig und verbesserte seine Leichtfiguren, auch der Problemläufer fand schließlich ein sinnvolles Feld. An der positionellen Dominanz des Weißen änderte das aber nicht viel:

Weiß hat hier eigentlich alle Zeit der Welt und kann an beiden Flügeln vorrücken. Nach 24. Dh3 liegt immer g4 in der Luft, auf der anderen Seite lässt sich der Hebel c4 vorbereiten. Schwarz hat kein Gegenspiel in Aussicht und muss umsichtig verteidigen.

Jedoch bot der Freiburger in dieser Stellung mit 24. b4 Remis, wogegen Bernd nichts einzuwenden hatte. Der erste halbe Brettpunkt der Saison war verbucht.

FM Bernd Schneider (Schwarz) geriet unter Druck, fuhr aber den halben Punkt nach Hause.FM Bernd Schneider (Schwarz) geriet ein wenig unter Druck, brachte aber den halben Punkt ins Trockene.

Am Spitzenbrett bekam es FM Vladimir Podat mit einem starken Jugendspieler zu tun. Mit Schwarz musste er gegen dessen langsamen Italiener ran, die Eröffnung verlief einige Zeit lang typisch und unspektakulär. Nach 11 Zügen war folgende Stellung auf dem Brett:

Hier gibt es für beide Seiten viele Feinheiten zu berücksichtigen. Der nächste weiße Zug ist wahrscheinlich Sf1, mittelfristig möchte er d4 durchdrücken. Die schwarzen Hauptzüge sind nun 11. …Ld7 und 11. …Db8, jeweils mit verschiedenen Ideen: 11. …Ld7 unterbricht die Fesselung des Springers und bereitet damit …d5 vor, 11. …Db8 plant …b5 und …Da7/b6, wonach Schwarz am Damenflügel aktiv wird. In beiden Fällen ist das weiße d4 entschärft. Vladimir vermischte jedoch beide Ansätze und erhielt in der Folge eine leicht schlechtere Version: 11. …Ld7 12. Sf1 Db8 13. d4 und der Freiburger stand bereits angenehm. Statt nun die Notbremse zu ziehen und in den Verteidigungsmodus zu schalten hielt er am ursprünglichen Plan, Angriff am Damenflügel, fest. Zu langsam, denn Weiß konnte das Zentrum freisprengen und den schwach verteidigten König anvisieren.

Hier ist aus schwarzer Sicht wirklich alles schiefgelaufen. 21. Lxh6! ist dann auch sicherlich kein Hexenwerk, zumal Weiß die Figur nach 21. …gxh6 22. Dc1 Te6 23. d5 direkt zurückgewinnt. Nur wenige Züge später erzwangen die Drohungen gegen den hilflosen schwarzen König weiteren Materialgewinn und Vladimir warf das Handtuch. Sein Gegner hatte schlichtweg eine perfekte Partie abgeliefert und jede Ungenauigkeit bestraft. Die Gäste gingen folglich mit 0,5:1,5 in Führung.

FM Vladimir Podat (Schwarz) erwischt einen gebrauchten Tag und muss sich einem großartig aufspielenden Gegner geschlagen geben.FM Vladimir Podat (Schwarz) erwischte einen gebrauchten Tag und musste sich seinem großartig aufspielenden Gegner geschlagen geben.

Auch an Brett 2 wurde Italienisch gespielt, Alexander Doll imitierte die ersten zehn Züge von Vladimirs Gegner, wobei sich Schwarz hier minimal anders aufbaute. Der a-Bauer zog nämlich nur nach a6 statt nach a5 wie in der anderen Partie, sodass La4 hier stets an …b5 scheitern würde. Schwarz konnte dadurch direkt …d5 durchsetzen:

Nun steht Weiß vor einer richtungsweisenden Entscheidung. 13. exd5 sorgt für Ungleichgewicht und wäre die ambitionierte Option, wobei die Stellung zum Beispiel nach 13. …Sxd5 14. Sg3 f5 15. Sf3 f4 16. Se4 äußerst zweischneidig wird. Alex spielte stattdessen das ruhigere 13. Df3 und nach 13. …dxe4 14. Dxe4 Lxb3 15. axb3 war nicht mehr viel Feuer drin. Durch die symmetrische Bauernstruktur, die offene d-Linie sowie den beiderseitigen Mangel an Schwächen war ein Remis nun vorprogrammiert. Figuren wurden getauscht und im resultierenden Endspiel konnte keine Seite Fortschritt machen. Damit stand es 1:2 für Freiburg-Zähringen.

Gegenseitige Neutralisation: Alexander Doll (Weiß) steuerte einen halben Punkt bei.Gegenseitige Neutralisation: Alexander Doll (Weiß) steuerte einen halben Punkt bei.

Ein Brett weiter sah sich Andre Hayen wie auch Bernd Abtausch-Caro-Kann gegenüber. Durch das frühe schwarze …Lg4 entstand allerdings eine völlig andere Stellung, denn nun durfte sich der Läufer gegen einen potenziellen Angreifer abtauschen und die weiße Initiative im Vergleich zur anderen Partie abmildern. Ein interessanter Moment ereignete sich nach 14 Zügen:

Denn wie ist die Stellung nach dem in der Partie nicht getesteten 15. Dxb7 Tab8 16. Dxa7 Txb2 17. Sb3 einzuschätzen?

Schwarz würde gerne 17 …Se4 folgen lassen, was hier allerdings konkret an 18. Txe4! dxe4 19. Sc4 scheitert. Deshalb: 17. …h5! mit der Idee …Sg4 und nach 18. h3 Tc2 19. Tac1 Txc1+ 20. Txc1 Se4 hat Schwarz dank seiner Aktivität und der Schwäche auf c3 gute Kompensation. Andres Gegnerin beschloss diesen Verwicklungen jedoch auszuweichen, die Dame nach f3 umzugruppieren und den a-Bauern auf die Reise schicken. Im Zentrum zogen derweil die vier Springer ihre Kreise und suchten nach einem Abtausch unter günstigen Voraussetzungen. Letztendlich gelang es Weiß nicht den Druck aufrechtzuerhalten und nach der Verriegelung des Damenflügels stand Schwarz sogar erstmals in der Partie angenehmer.

Hier einigten sich die Kontrahenten auf Remis, wobei Schwarz durchaus noch ein wenig pressen könnte. Der Springer landet über d6, e8 und c7 auf d5, danach lässt sich vielleicht irgendwann am Königsflügel ein Hebel ansetzen. Aber das Ergebnis geht in Ordnung – 1,5:2,5.

Andre Hayen (Schwarz) behielt die Kontrolle und fuhr einen halben Punkt ein.Andre Hayen (Schwarz) behielt die Kontrolle und fuhr den nächsten halben Punkt ein.

FM Jochen Kountz saß derweil dem Freiburger Youngster gegenüber und fand sich auf der schwarzen Seite eines geschlossenen Sizilianers wieder. Weiß baute sich recht passiv auf und war deshalb alsbald mit lästigen Drohungen konfrontiert.

Hier kam Jochen mit 9. …La6 10. Dc2 Sg4 11. Tfe1 Sxe3 12. fxe3 bereits zu erheblichem positionellen Vorteil. Nicht nur fehlt Weiß jetzt der wichtige schwarzfeldrige Läufer, auch ist der Bauer auf e3 ein Klotz am Bein. Der Vorstoß d4 hilft nicht wirklich, da Schwarz diesen einfach ignorieren kann, und die weißen Figuren sind nicht passend aufgestellt, um von der halboffenen f-Linie zu profitieren. Der weitere Partieverlauf war damit vorprogrammiert und Jochen nicht gewillt locker zu lassen. Bedächtig verriegelte er zunächst das Zentrum und rückte dann am Damenflügel vor, wo er durch geschickte Drohungen immer mehr Fortschritt machte. Sein Gegner suchte Gegenspiel am Königsflügel, hinkte dem Geschehen aber stets hinterher.

Die schwarzen Figuren sind perfekt für den finalen Durchbruch aufgestellt. Die Türme werden über die a-Linie eindringen und nach dem unscheinbaren, aber tödlichen 34. …h6! fällt auch der weiße Königsflügel in allen Varianten auseinander. 35. gxh6 Lxh6 und der Druck gegen e3 erzwingt weitere Zugeständnisse, 35. Se2 hxg5 36. hxg5 Lg4 wie auch 36. Sxg5 Lh6 verlieren einen Bauern. Der Freiburger versuchte noch 35. a3, doch nach Öffnung der a- und b-Linien landete nun auch noch der schwarze Springer auf b4, sodass d3 zur angreifbaren Schwäche wurde. Mithilfe dieser Drohung konnte Jochen den Bauern g5 abgreifen und als auch noch e3 fallen sollte, gab Weiß sich geschlagen. Das war eine grandios geführte Positionspartie, welche den Ausgleich zum 2,5:2,5 bedeutete.

Eine Lehrstunde: FM Jochen Kountz (Schwarz) liefert eine blitzsaubere Positionspartie ab und lässt seinem Gegner keine Chance.Eine Lehrstunde: FM Jochen Kountz (Schwarz) lieferte eine blitzsaubere Positionspartie ab und ließ seinem Gegner keine Chance.

Während an den anderen Brettern bereits das Mittelspiel im Gange war, befanden sich FM Thomas Raupp und sein Gegner noch immer in der Eröffnungsphase. Was war passiert? Im f3-Nimzo-Inder hatte der Freiburger das seltene 6. …Se8 gespielt und nach einer taktischen Abwicklung war folgende ungewöhnliche Stellung entstanden:

Entwickelt ist hier noch nicht viel, besonders auf weißer Seite. Doch wo sollen die Figuren überhaupt hin? Mittelfristig dürften die Bauern auf c3 und c5 beide fallen, aber Weiß hat unzählige Setups zur Auswahl, die Dame kann nach b3, c2 oder d3, der Läufer nach d3 oder e2 und der Springer nach f3 oder e2. In Kombination mit Le3 könnte der König zudem über f2 evakuiert werden. Schwarz möchte eigentlich nie mit der Dame auf c5 nehmen wegen Dxc3 und Le3, folglich wird er es mit dem Springer versuchen. Doch mit welchem? …Sa6 ist naheliegend, …Sc6 und …Sc7-a6 allerdings auch eine Option. Dazu kommt der Hebel …f6, der in Kombination mit einem Sc6 und einem fehlenden Sf3 an Stärke gewinnt.

In der Partie ging es weiter mit 12. Le3 Sc7 13. Db3 Sca6 14. Tc1 c2+ 15. Kf2:

Nun gab Schwarz mit dem langsamen 15. …Dc7 16. Sf3 Sxc5 seinen dynamischen Vorteil ab. Das sofortige 15. …Sxc5 wäre möglich gewesen, vermutlich war der Freiburger besorgt über den Damentausch nach 16. Db4 Dxb4 17. axb4, doch hier ginge noch 17. …Se4+ 18. Kf3 f5! mit anhaltender Initiative aufgrund der Idee ...g5. Thomas hatte die komplizierteste Partiephase überstanden und in der Folge passierte auch nicht mehr viel. In Windeseile tauschten die Kontrahenten ihre Figuren ab und navigierten in ein ausgeglichenes Endspiel, welches sie nicht weiter ausdiskutierten. Hiermit lautete der Spielstand 3:3.

FM Thomas Raupp (Weiß) gelang es die intensive Eröffnungsphase zu navigieren. Danach fand die Partie schon bald ein friedliches Ende.FM Thomas Raupp (Weiß) gelang es die intensive Eröffnungsphase zu bewältigen und den halben Punkt zu sichern.

Auch meine Nerven wurden an diesem Tag nicht gerade geschont. Ich spielte mit Weiß Trompovsky, Schwarz wählte ein seltenes Abspiel und lenkte die Bahnen in eine Art Moderne Verteidigung. Mit 7. …c5 opferte mein Gegner einen Bauern für fragliche Kompensation, wir rochierten gegenläufig und es entwickelte sich ein spannender strategischer Kampf.

Eigentlich hatte ich hier ein gutes Setup gefunden, um die schwarzen Ressourcen einzuschränken. Nun liegen aber …Se8/h5 und …e5 in der Luft und das wünschenswerte 14. Le5 wird mit …Se4! beantwortet. Der Partiezug 14. g4 war definitiv nicht die richtige Lösung, wobei mein Gegner das Problem mit diesem Zug ebenfalls übersah (Taktikaufgabe!).

Einige Züge später hatte Schwarz …e5 durchgesetzt und drohte langsam mit seinen Figuren aktiv zu werden:

Hier suchte ich fieberhaft nach einem konkreten Plan und fand keinen. Stark wäre 18. g5 h5 19. Se4! gewesen, was mir nicht in den Sinn kam. Stattdessen begann ich zu irrlichtern und Schwarz genau das zu erlauben, was er wollte: Aktivität.

Mit einem Mal wird es wild und ausgerechnet jetzt gerieten wir beide auf der Uhr in Bedrängnis. Schwarz bietet mit seinem letzten Zug den Springer auf c7 zum Opfer an – und ich schnappte zu. Viel besser wäre 23. c3 gewesen, wonach die schwarzen Drohungen sofort in sich zusammenfallen. Nach 23. Lxc7? hat Schwarz dagegen einen konkreten Pfad zum Vorteil: 23. …Dxb2+ 24. Kd1 exf3 25. Sxf3 Txf3! 26. Txf3 Da1+ 27. Sc1 Lg4 28. Thf1 Lxf3+ 29. Txf3 Lb2 30. Ld6 Dxc1+ 31. Ke2 Dxc2+ mit einem Mehrbauern (Visualisierungsaufgabe!).

Doch auch mein Gegner konnte diese Variante mit fünf Minuten auf der Uhr nicht zusammenpuzzeln. Nach 25. …Tcf8? 26. Lf4 hatte die Mehrfigur überlebt und auch wenn mein König noch immer unter Beschuss war, konnte ich den Laden von hier an zusammenhalten. Ein forcierter Damentausch erzwang schließlich die Entscheidung, damit gingen wir mit 4:3 in Führung.

Florian Simon (Weiß) spielte eine wilde Partie und machte letztendlich einen Fehler weniger als sein Gegner.Florian Simon (Weiß) spielte eine nervenaufreibende Partie und machte letztendlich einen Fehler weniger als sein Gegner.

Die längste Partie spielte Kay Hayen an Brett 8. Er wählte mit Weiß einen ruhigen Aufbau in Form eines Doppelfianchettos, Schwarz entgegnete typische Entwicklungszüge und bald öffneten sich die c- und d-Linien. Objektiv war nicht viel los, doch wie so oft reichte eben eine Ungenauigkeit, um den Stein ins Rollen zu bringen.

15. f3? stabilisiert vermeintlich das Zentrum, übersieht aber die schwarze Idee 15. …La6! mit gefährlicher Initiative. Auch wenn Schwarz in der Folge einige Chancen liegen ließ, war es nun ein Spiel auf ein Tor. Schließlich blieb Kay mit Dame, Turm und Läufer gegen Dame, Turm und Springer zurück, hatte allerdings einen luftigen König sowie einen nur ungelenk deckbaren isolierten Bauern auf c4.

Hier beschloss Weiß alles auf eine Karte zu setzen und mit 33. Dd8 die Verdopplung auf der achten Reihe anzustreben. Im Gegenzug fällt natürlich der a2-Bauer. Schwarz machte es nun geschickt und nervte den weißen König mit seinen Schwerfiguren derart, dass die geplante Verdopplung nie zustande kommen konnte. Nach einigen Verwicklungen wurden schließlich die Damen getauscht und Kay musste in ein unschönes Endspiel mit Minusbauern gehen. Etwa zu diesem Zeitpunkt endete dann auch die vorletzte Partie, sodass der ganze Fokus auf diesem Brett lag. Und das Endspiel sollte sich ziehen.

Weiß war bemüht mit Turm und Läufer Verwirrung zu stiften, um vielleicht irgendwann seinen h-Freibauern auf die Reise zu schicken, auf der anderen Seite stand der schwarze a-Bauer in den Startlöchern. Kay entkam gerade so einem Mattnetz und machte nun ordentlich Druck auf der Uhr, sein Gegner spielte auf Inkrement und eine weitere Zeitkontrolle sollte es nicht geben. Nach dem Tausch des Läufers gegen den Springer musste ein Turmendspiel die Entscheidung bringen, weiterhin mit Mehrbauer für Schwarz.

Leider ist der schwarze Gewinnweg hier schon vorprogrammiert: Der König räumt den c4 ab und das Bauernduo läuft einfach durch. Bei Bedarf kann sich der Turm für den g-Bauern opfern. Kay probierte noch 65. c5 b5 66. c6 Kd6 67. c7 Kd7 68. Kxg5, doch hier ist der Mechanismus letztendlich der gleiche. Nach ganzen zwei Stunden als letzte laufende Partie blieb ihm nur die Aufgabe. Bitter, dass sein Kampfgeist nicht belohnt wurde, er hatte im Endspiel alles versucht, doch der Schaden war bereits zu groß.

Ein harter Tag für Kay Hayen (Weiß), der sich im Endspiel noch lange zäh verteidigte, aber nichts Zählbares mehr holen konnte.Ein harter Tag für Kay Hayen (Weiß), der sich lange zäh verteidigte, aber nichts Zählbares mehr holte.

Damit glich Freiburg-Zähringen also noch zum 4:4-Endstand aus. Mit diesem Ergebnis lässt sich üblicherweise auf beiden Seiten hadern, letztendlich geht es in der Gesamtbetrachtung aber völlig in Ordnung.

Der erste Mannschaftspunkt ist damit gesammelt – doch um die Klasse zu halten, werden noch ein paar mehr dazukommen müssen. Die nächste Gelegenheit gibt es am zweiten Spieltag, wenn wir beim SC Heitersheim gastieren.

Partien

-
27.09.2026