U20 Mannschaft Zweiter Spieltag

Jugendbundesliga Süd - Saison 2023/2024

Aufsteiger: SK Freiburg-Zähringen, Vfl Leipheim | Heilbronner SV, SC Brombach

Mannschaftsführer: Ralf Toth

Zweiter Spieltag: 02.12.2023

SC Untergrombach

1673 -

OSG Baden-Baden

1925

1½ - 4½

SK Bebenhausen 1619 - Vfl Leipheim (N) 1500

3 - 3

SF Heilbronn-Biberach 1630 - SK Freiburg-Zähringen (N) 1808

3½ - 2½

SC Ostfildern 1657 - Karlsruher SF  

6 - 0*

* Ostfildern gewann kampflos.

Zweiter Spieltag: Einzelergebnisse

Brett

SC Untergrombach

DWZ  

OSG Baden-Baden

DWZ

Ergebnis

1 Hayen, Andre 1963 - Semling, Johannes 2126

0 - 1

2 Uyar, Levin 1857 - Schmitt, Daniel 2143

1 - 0

3 Toth, Marc 1711 - Semling, Julius 2087

0 - 1

4 Jung, Niklas 1649 - Neves, Carlos 1785

½

5 Kling, Hannah 1399 - Uhlmann, Jonas 1731

0 - 1

6 Ye, Jonas 1459 - Büttner, Anton 1683

0 - 1

Zweiter Spieltag: Tabelle

Rang Mannschaft Spiele Punkte Brettpunkte DWZ-Schnitt

1

SC Ostfildern

2

4:0

10½

1657

2

OSG Baden-Baden

2

4:0

1904

3 SK Freiburg-Zähringen (N) 2 2:2 1808
4 Karlsruher SF 2 2:2 5 1684
5 SF Heilbronn-Biberach 2 2:2 1608
6 SK Bebenhausen 2 1:3 5 1610

7

VfL Leipheim (N)

2

1:3

4

1502

8

SC Untergrombach

2

0:4

3

1657

Spielbericht

Nach der Auftaktniederlage in Ostfildern setzten sich gegen den Meisterschaftsfavoriten OSG Baden-Baden die Untergrombacher Aufstellungsprobleme fort: Gleich fünf Spieler fehlten der Mannschaft, darunter drei Stammspieler. So musste Hannah Kling erneut ran und Jonas Ye bekam nach zuletzt starken Leistungen beim Heidelberger Schachherbst und in der Verbandsrunde seinen ersten Einsatz in der Jugendbundesliga Süd. Baden-Baden schickte die stärkste Aufstellung aller Mannschaften in der laufenden Saison mit einem DWZ-Schnitt von 1925 nach Untergrombach. Angesichts dieser Übermacht ging es im Wesentlichen um das Einsammeln möglichst vieler Brettpunkte.

Der Kampf war kaum gestartet, da gab es schon das erste Ergebnis. Hannah Kling hatte sich mit Schwarz im Scheveninger System der Sizilianischen Verteidigung ganz gut aufgestellt, rochierte dann aber lang direkt ins Verderben. Damenverlust oder Matt war die erzwungene Folge, nach 17 Zügen war die Partie zu Ende und der Gast führte 0:1.


Hannah Kling am fünften Brett rochierte lang ins eigene Verderben.

Jonas Ye am sechsten Brett bekam durch eine höchst dubiose Zugfolge von Schwarz im Zweispringerspiel die Partie serviert und steht nach neun Zügen bereits auf Gewinn - wenn er die richtige Abwicklung findet (9. ... Se4? 10.De1). Die gewählte Fortsetzung war leider zu optimistisch und lässt Schwarz zurück ins Spiel und weil ein Fehler selten allein kommt, zieht die weiße Dame im Zug darauf auf ein ungünstiges Feld, so dass Schwarz mit Tempogewinn und Initiative die Partie übernimmt. In der nun folgenden langen taktischen Abwicklung lässt Schwarz nichts mehr anbrennen und profitiert von einer starken Fesselung auf der Diagonale a7-g1, sammelt erst zwei Bauern ein und vollstreckt dann mit einer letzten Taktik. Aus dieser Partie gibt es viel zu lernen für Jonas Ye, der aber - das darf man nicht vergessen - nach starkem Eröffnungsspiel auch die Partie in für ihn sehr günstge Bahnen hätten lenken können. Mit etwas mehr Erfahrung klappt das dann auch.


Jonas Ye untrlag in einem Taktik-Feuerwerk mit Weiß dem "Kapuzenmann" Anton Büttner.

Am dritten Brett hatte Marc Toth die undankbare Aufgabe gegen fast 400 DWZ-Punkte Übermacht Widerstand zu leisten. In einer dubiosen Nebenvariante im Damengamit stellte sich Schwarz zu passiv auf, geriet in Entwicklungsrückstand und der Versuch, durch Abtausch Linderung zu erzielen schlug fehl. Weiß lüftete den schwarzen Königsflügel kräftig durch und neben Materialverlust bei allerlei weißen Drohungen musste Schwarz auch noch etwaige Mattangriffe am Königsflügel berechnen. Im 21. Zug drohte ein weißer Spieß gegen Dame und Turm, Schwarz zog die Dame statt dem Turm und Weiß überführte die Dame an den tödlich geschwächten Königsflügel mit Matt in drei. Untergrombach war an diesem Brett chancenlos und die Gäste führte nun mit 0:3.


Marc Toth hatte am dritten Brett mit Julius Semling einen zu starken Gegner und unterlag chancenlos.

Nun liefen noch drei Partien und diese sollten auch alle voll augekämpft werden. An Brett 4 hatte Niklas Jung wie alle seiner Mannschaftskollegen, einen DWZ-stärkeren Spieler als Gegner, hielt mit Weiß aber unbekümmert dagegen. Gespielt wurde die Drachenvariante in der Sizilianischen Verteidigung, jedoch erwies sich der Baden-Badener Spieler als nicht ganz theoriefest, denn im neunten Zug griff er daneben, was direkt einen ganzen Bauern kostete. Nikas Jung ließ sich nicht lange bitten und griff zu. Im Anschluss wurden die Damen getauscht. Schwarz setzte in der Folge auf die Kraft seines Läuferpaars, um zumindest ein wenig den Bauernverlust zu kompensieren. Nachdem auch die Türme getauscht waren, ging es ins Endspiel und hier wirkte die Kraft des Läuferpaars, der Mehrbauer ging wieder verloren. Die Partie mündete im Finale in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und einem Mehrbauern für Schwarz.

Jung - Neves, Stellung 58. ... Lg6

Weiß erzwang Remis durch 59. Lxe5 und der weiße König kontrolliert das Umwandlungsfeld der falschen Farbe auf a1.

Ein erster kleiner Teilerfolg war erreicht.


Holte einen halben Brettpunkt für die Bilanz: Niklas Jung mit Weiß im Endspiel gegen Carlos Neves.

Am Spitzenbrett ging es für Andre Hayen mit Schwarz in die Zweispringer-Variante der Caro-Kann-Verteidigung. Nach fünfzehn Zügen hatten beide Spieler lang rochiert und Schwarz hatte Ausgleich erlangt. Diesen vergab er aber mit einem ungeduldigen Vorpreschen am Königsflügel. Dabei wurde eine Taktik übersehen und Weiß bekam das Läuferpaar gegen den Turm. Nun konnte Weiß nach 25 Zügen lange und risikolos den Gewinnweg suchen. Nach 36 Zügen waren die Damen vom Brett. Schwarz organisierte weiter seine Verteidigun, Weiß suchte den Gewinnweg. Ab dem 45. Zug kippte die Partie als Andre Hayen sich zu einer aktiven Verteidigung entschied, dabei aber sein König auf der eigenen Grundreihe abgeschnitten wurde. Mit Turm, Springer, Läufer und Bauer gegen zwei Türme suchte Semling nun das Matt und nach einem Fehlgriff im 57. Zug war es unvermeidlich geworden oder ein ganzer Turm geht verloren. Aufgabe nach 61 Zügen.


Andre Hayen verteidigte mit Schwarz am Spitzenbrett lange, unterlag aber nach 61 Zügen.

 Die Partie des Tages lieferten Levin Uyar und Daniel Schmitt am zweiten Brett. Levin Uyar sah sich 300 DWZ-Punkten Übermacht entgegen, wenig verwunderlich, dass er im klassischen System der Sizilianischen Veteidigung (mit e6) versucht, einen Damentausch zu erzwingen. Schwarz lehnt ab, muss dafür die Dame aber auf ein ungünstiges Feld am Königsflügel stellen. Und nun dreht der Untergrombacher Jugendspieler unbekümmert und bärenstark auf. Kaltblütig bietet Uyar ein Bauernopfer an, weil er sieht, dass er dafür duaerhaft einen Springer auf das schwache schwarze Feld d6 eingepflanzt bekommt. Der erste Aufreger kommt im 19. Zug der Partie.

Uyar - Schmitt, Stellung nach 19. ... exd5??

Hier kann Weiß die Partie sofort beenden mit 20. Sf5! und Schwarz geht entweder matt oder verliert die Dame nach 20. ... Dg6 21. Se7+.

Doch beide Spieler übersehen diese einfache Taktik! Die Partie geht weiter mit 20. a3 Sxc2 21. Tac1 (Sf5!) Tc7 22. Lxd5 (Sf5!) Sd4 und nun ist die riesige Chance vorüber.

Es folgt 23. Txc7 Se2+ 24. Kh1 Sxg3+ 25. fxSg3 - da Weiß auch noch den schwarzen Läufer kassiert und in der Folge die Türme getauscht werdeb, spielt Weiß fortan mit Turm, Springer und Läufer gegen die schwarze Dame.

Schwarz ist eigentlich wieder im Spiel, aber entscheidet sich fatalerweise mit dem König an den Damenflügel zu laufen.

Uyar - Schmitt, Stellung nach 32. ... Dxb2?

Nun hat weiß erneut die Gelegenheit, die Partie zu beenden: Nach 33. Tf9+ Kc7 (Ke7 34. Te8 matt) 34. Tc8+ Kb6 35. Sc4+!! bxSc4 26. Tb8+ und die schwarze Dame geht verloren.

Auch diese Taktik hatten beide Spieler nicht auf dem Schirm. Für Levin Uyar nicht weiter schlimm: Er schiebt seinen h-Bauern nach h4 und schafft so ein bombensicheres Plätzchen für seinen König auf h2. Die bestens koordinierten weißen Figuren sind viel zu stark für die einsame schwarze Dame.

Uyar überspielt nun seinen 300 DWZ-Punkte stärkeren Gegner und lässt dabei überhaupt nichts anbrennen.

Nach 60. Lc6 wirft Schwarz das Handtuch und Levin Uyar hat sensationell aber hoch verdient den Punkt eingefahren.

Uyar - Schmitt, Aufgabstellung nach 60. Lc6


Levin Uyar (Weiß) besiegte in einem spektakulären Kampf Daniel Schmitt und besorgte den einzigen Untergrombacher Sieg der Begegnung.

Untergrombach verliert den Kampf verdient mit 1,5:4,5. Baden-Baden war einfach zu stark, sollten die Gäste die Aufstellungen aus den beiden ersten Spieltagen beibehalten, werden sie am Ende der Saison ungeschlagen Meister werden, denn in der Liga gibt es kein Team, was solchen Aufstellungen Paroli bieten kann.

Untergrombach steht nach zwei Spieltagen am Ende der Tabelle, hat aber die im Kampf um den Klassenerhalt relevanten Begegnungen noch vor der Brust. Die nächste Gelegenheit zum Punkten ist bereits in zwei Wochen, dann geht es nach Karlsruhe gegen die KSF, die am zweiten Spieltag überraschend kampflos gegen Ostfildern verloren.